MotoLens und Navigation gleichzeitig: So klappt es auf dem Motorrad (2026)

Von Nico Faber

Du hast die Route in Google Maps geladen, das iPhone auf die Lenkerhalterung geklickt — und dir fällt ein, dass du MotoLens noch nicht gestartet hast. Jetzt müsstest du die App öffnen, die Aufnahme anstoßen, wieder zur Karte wechseln. Oder du lässt es einfach und fährst ohne Dashcam los.

Das passiert öfter als man zugeben will. Dabei ist die Lösung eigentlich simpel — man muss nur wissen, wie iOS damit umgeht.

Kurze Antwort: Ja, es funktioniert

MotoLens nutzt die Hintergrundaufnahme von iOS. Das bedeutet: sobald die Aufnahme läuft, bleibt sie aktiv — egal ob du zu Google Maps wechselst, einen Anruf annimmst oder das Handy in der Halterung sperrt. Du musst die App nicht offen halten.

Navigation und Dashcam-Aufnahme laufen parallel. Zwei Dinge erfordern aber etwas Planung: die richtige Startreihenfolge und der Akku.

Die richtige Reihenfolge vor der Abfahrt

Bevor du losfährst, öffne MotoLens und starte die Aufnahme. Dann wechselst du zu deiner Navigations-App. Das war's. MotoLens läuft ab jetzt im Hintergrund weiter.

Wenn du die Reihenfolge umdrehst — Navigation zuerst starten, dann MotoLens — musst du nochmal switchen und die Aufnahme manuell anstoßen. Nicht dramatisch, aber unnötig umständlich, wenn man gerade einen Helm und Handschuhe trägt.

Tipp: Falls du eine regelmäßige Tour fährst, mach dir diesen Ablauf zur Gewohnheit. Helm auf → iPhone in die Halterung → MotoLens starten → Navi starten → losfahren. Klingt nach mehr als es ist.

Per Siri starten — die elegantere Lösung

Ehrlich gesagt nutze ich die Siri-Methode mittlerweile fast immer. Bevor ich das Handy in die Halterung stecke, sage ich: „Hey Siri, starte eine Aufnahme in MotoLens." Die Aufnahme läuft, ich stecke das Handy weg und öffne Google Maps — fertig.

Das Schöne daran: Man berührt das Display während der ganzen Vorbereitung kein einziges Mal. Gerade wenn man schon Handschuhe an hat, ist das nicht nebensächlich. Der Artikel MotoLens per Siri starten erklärt, wie man Siri dafür einrichtet, falls es beim ersten Versuch nicht klappt.

Was du auf dem Bildschirm siehst

In der Lenkerhalterung zeigt das Display, was du zuletzt geöffnet hast — in der Regel die Navigations-App. MotoLens läuft im Hintergrund, du siehst von der Aufnahme nichts außer einem kleinen Hinweis in der Statusleiste oder einer Live Activity, je nach iOS-Version.

Das ist gewollt. Du fährst und schaust auf die Karte. MotoLens tut seinen Job still.

Wenn du prüfen willst, ob die Aufnahme noch aktiv ist: kurz zu MotoLens switchen, aufnehmen bestätigen, wieder zur Navigation zurück. Drei Sekunden.

GPS: zwei Spuren, kein Konflikt

Hier verwirren sich viele: MotoLens zeichnet eine eigene GPS-Route auf — komplett unabhängig von der Navigation. Die Navi berechnet den Weg und führt dich. MotoLens protokolliert, wo du tatsächlich gefahren bist, und verknüpft diese Route mit deinen Clips.

Beide Apps nutzen den GPS-Chip des iPhones gleichzeitig. Das funktioniert problemlos — iOS ist dafür ausgelegt. Dein Streckenprofil in MotoLens wird genauso präzise aufgezeichnet wie an einem Tag ohne Navigation.

Nach der Tour kannst du in der Clip-Bibliothek von MotoLens jeden Streckenabschnitt mit den entsprechenden Aufnahmen abrufen. Mehr dazu, wie das System im Hintergrund arbeitet, erklärt der Artikel iPhone als Dashcam fürs Motorrad.

Akku — das einzige, was wirklich zählt

Zwei Apps mit aktivem GPS, dazu Bildschirm und möglicherweise Bluetooth für einen Helm-Intercom: Das ist viel für einen Smartphone-Akku. Auf einer kurzen Stadttour kein Problem. Auf einer Halbtags-Tour schon.

Mein dringender Rat: Nutz ein USB-Ladekabel an der Lenkerhalterung. Nicht aus Vorsicht, sondern weil man es sonst am Ende der Tour bereut. Die meisten Motorrad-Halterungen haben ohnehin einen USB-A- oder USB-C-Anschluss oder lassen sich damit kombinieren. Das iPhone bleibt dauerhaft geladen, du fährst entspannter.

Ohne Ladekabel: Schalte Bildschirm-Helligkeit auf das Minimum herunter und deaktiviere alles, was du nicht brauchst — Bluetooth, wenn kein Intercom läuft, und WLAN sowieso.

Nach der Tour

Trip-Erkennung und Aufnahme-Ende passieren nicht automatisch. Wenn du am Ziel angekommen bist, stoppst du die Aufnahme in MotoLens — entweder in der App oder per Siri. Die Clips sind sofort in der Bibliothek verfügbar.

Dann kannst du Route und Video zusammen auswerten: welche Kurve war das, wann genau ist was passiert. Gerade für Touren, die du dokumentieren willst, ist diese Kombination aus Navi-Route und Dashcam-Clip ehrlich gesagt kaum zu toppen.

MotoLens – Motorcycle Dash Cam ist kostenlos für iPhone im App Store erhältlich, Android folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Häufig gestellte Fragen

Kann MotoLens aufnehmen, während ich navigiere?+
Muss ich MotoLens vor der Navigation öffnen?+
Verbraucht MotoLens zusammen mit Google Maps zu viel Akku?+
Zeichnet MotoLens die GPS-Route auf, auch wenn ich Navigation nutze?+
Was passiert, wenn ein Anruf kommt, während beides läuft?+