Ein durchschnittliches iPhone-Backup belegt zwischen 4 und 8 GB in der iCloud. Wer in den letzten fünf Jahren zwei oder drei Geräte gewechselt hat — und das tun die meisten — kann leicht 15 bis 25 GB in Backups gebunden haben, von iPhones und iPads, die schon längst verkauft oder in der Schublade verschwunden sind. Apple löscht diese Daten nie von allein.
Das ist meist nicht der erste Gedanke, wenn die iCloud-Vollmeldung erscheint. Aber es lohnt sich, dort nachzusehen — bevor man anfängt, Fotos zu löschen oder einen teureren Plan zu kaufen.
Warum sich Backups unbemerkt anhäufen
Apple erstellt iCloud-Backups für jedes Gerät, das mit der eigenen Apple-ID verbunden war — und deaktiviert diese Sicherungen nicht automatisch, wenn das Gerät nicht mehr genutzt wird. Das iPad, das jetzt beim Bruder steht, sichert sich möglicherweise noch immer in dein Konto, solange es Strom und WLAN bekommt. Das alte iPhone, das in der Schublade liegt? Gleiches Prinzip.
Das ist keine Designfehler — Apple will lieber einmal zu viel sichern als einmal zu wenig. Aber aus Nutzersicht häufen sich so über Jahre Gigabyte an Sicherungen an, die niemand mehr braucht.
Ein weiterer Faktor: Backups wachsen mit der Zeit. Was beim neuen iPhone 3 GB groß war, kann nach zwei Jahren App-Daten, Nachrichten und gespeicherten Dateien auf 7 oder 8 GB angewachsen sein. Das passiert still im Hintergrund, ohne Benachrichtigung.
Wo du alle Backups findest
Öffne Einstellungen, tippe ganz oben auf deinen Namen, dann auf iCloud → Speicher verwalten → Backups.
Die Liste zeigt alle Backups, die je mit deiner Apple-ID erstellt wurden — mit Gerätename, Datum der letzten Sicherung und Größe. Scrolle sie durch. Viele Nutzer finden hier Geräte, die sie längst vergessen hatten: ein iPhone XR von 2021, ein iPad mini aus dem Lockdown, manchmal sogar ein Gerät, dessen Name man kaum noch erkennt.
Merk dir, welche Backups zu Geräten gehören, die du nicht mehr aktiv verwendest. Die kommen als nächstes auf die Liste.
Welche Backups kannst du löschen?
Ein Backup ist sicher zu löschen, wenn das zugehörige Gerät nicht mehr aktiv genutzt wird und du es nicht vorhast, es wiederherzustellen. Das gilt für verkaufte iPhones, weitergegebene iPads und Geräte, die du schlicht nicht mehr anfasst.
Weniger eindeutig ist es bei Geräten, die du noch gelegentlich nutzt, oder bei einem alten iPhone, das du als Backup-Gerät behalten möchtest. Hier ist Vorsicht angebracht — warte mit dem Löschen, bis du das Gerät definitiv nicht mehr brauchst.
Ein gelöschtes Backup lässt sich nicht wiederherstellen. Das klingt gravierend, ist aber im Alltag selten ein Problem: Wenn du ein Gerät nicht mehr nutzt, bringt dir das Backup ohnehin nichts mehr.
So löschst du ein Backup sicher
Tippe in der Backup-Liste auf das Gerät, das du entfernen möchtest. Du siehst eine Übersicht der gespeicherten Daten — welche App-Kategorien enthalten sind und wie viel Platz sie jeweils belegen. Das gibt dir eine letzte Möglichkeit, den Gerätenamen und den Inhalt zu prüfen.
Scrolle ans Ende der Seite und tippe auf Backup löschen. Bestätige den Dialog. Der Speicher wird sofort freigegeben — kein Warten, kein Neustart.
Wenn du mehrere alte Geräte in der Liste hast, kannst du die Backups nacheinander löschen. Nach jedem Schritt wird der freigegebene Platz sofort unter „Speicher verwalten" sichtbar.
Zwei Sätze zu Familiengeräten
Wenn ein Familienmitglied dein altes Gerät inzwischen unter seinem eigenen Apple-Konto nutzt, taucht sein Backup dort und nicht mehr in deiner Liste auf. Prüfe trotzdem kurz, ob das Gerät noch mit deiner Apple-ID verknüpft ist — das passiert gelegentlich, wenn der Wechsel nicht vollständig abgeschlossen wurde.
Neue Backups unter Kontrolle halten
Für Geräte, die du kaum noch nutzt, lohnt es sich, automatische iCloud-Backups abzuschalten. Öffne auf dem Gerät Einstellungen → [dein Name] → iCloud → iCloud Backup und deaktiviere die Option. Das verhindert, dass sich künftig wieder Sicherungen ansammeln, die niemand braucht.
Für dein Haupt-iPhone gilt das Gegenteil: Backup aktiv lassen. Eine aktuelle Sicherung ist bei Geräteverlust, Wasserschaden oder einem misslungenen iOS-Update der einzige Weg, den Stand wiederherzustellen. Ehrlich gesagt ist ein fehlendes Backup in solchen Momenten eines der ärgerlichsten Dinge, die passieren können.
Eine einfache Regel für die Zukunft: Wenn du ein Gerät verkaufst oder abgibst, lösch das Backup sofort. Das dauert zwei Minuten und verhindert, dass die Liste sich wieder füllt.
Wenn Fotos und Videos der eigentliche Engpass sind
Wer nach dem Bereinigen der Backups immer noch zu wenig iCloud-Speicher hat, stößt oft auf ein zweites Problem: die Fotomediathek. Fotos und Videos können in manchen Konten noch mehr Platz einnehmen als alle Backups zusammen — vor allem, wenn sich über Monate doppelte Aufnahmen, ähnliche Screenshots und verwackelte Bilder angesammelt haben.
EverClean AI (kostenlos im App Store verfügbar) scannt die Mediathek gezielt nach Duplikaten und ähnlichen Aufnahmen und hilft, den Überblick wiederzugewinnen. Nach dem Backup-Aufräumen ist das der nächste sinnvolle Schritt, wenn noch Handlungsbedarf besteht.
Weitere Tipps zur Speicheroptimierung: iPhone-Speicher freigeben – die vollständige Anleitung und App-Cache auf dem iPhone löschen.